Forschungsprojekte


Das Teilprojekt HYDBOS stellt sich auf dem Grünlandtag in Maasdorf am 19.11.2011 vor (siehe unten).





Verbundprojekt Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg Berlin

Gefördert durch das BMBF

Koordiniert durch das ZALF Müncheberg


Ziele

Das gemeinsame Ziel der Projektpartner ist es, die Nachhaltigkeit der Land- und Wassernutzung in der Region unter veränderten Klimabedingungen zu sichern. Dazu wird die strategische Anpassungsfähigkeit von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung an den sich abzeichnenden Klimawandel gefördert.



Weiterführende Informationen zu allen 24 Teilprojekten unter:

www.inka-bb.de




HYDBOS


Ein Beratungstool für die Nutzung und den Schutz hydromorpher Böden unter geänderten Klimabedingungen

Teilprojekt 13 im Verbundprojekt INKA BB, Handlungsfeld Landnutzung

Projektträger: Humboldt-Universität zu Berlin


Problem- und Zielstellung

Hydromorphe Böden (Gleye, Anmoore, Nassgleye, Moorgleye und Moore) sind durch eine besondere Vulnerabilität gegenüber Landnutzungswandel und Klimaänderung charakterisiert und nehmen in Brandenburg 44 % der Landesfläche ein. Der Klimatrend für Brandenburg sagt eine Intensivierung der Sommertrockenheit sowie eine negative Wasserbilanz voraus. Gleichzeitig sollen extreme Wetterereignisse in ihrer Häufigkeit zunehmen. Der dadurch zu erwartende extreme Wechsel der Bodenfeuchtigkeit beschleunigt die Umsetzungs- und Mineralisierungsprozesse der organischen Substanz im Boden. Dies widerspricht nationalen und internationalen Forderungen nach Erhalt des standorttypischen Humusgehaltes. Die Speicher- und Pufferfunktion grundwasserbeeinflusster Böden für Kohlenstoff, Wasser und Nährstoffe kann nicht mehr ausreichend erfüllt werden. Das hat negative Auswirkungen auf die Produktionsfunktion und erhöht das Emissionsaufkommen treibhausrelevanter Gase.

Das Teilprojekt HYDBOS im Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg Berlin (INKA BB) wird als Endprodukt ein Beratungstool für Landwirte, landwirtschaftliche Beratungsstellen und andere Multiplikatoren und Interessengruppen bereitstellen. Dabei soll das Beratungstool bereits vorhandene Forschungsergebnisse mit neu gewonnenen betriebsspezifischen verbinden. Die internetbasierte Version des Tools soll auf den Seiten des Deutschen Grünlandverbandes e.V. abrufbar sein. Der Deutsche Grünlandverband e.V. dient während des gesamten Forschungszeitraums als Portal für das zu entwickelnde Tool und wird über die gesamte Projektlaufzeit über den aktuellen Stand der Arbeiten informieren. Desweiteren sollen im späteren Verlauf des Projektes Weiterbildungsmodule erarbeitet werden, die ebenfalls über den Deutsche Grünlandverband e.V. als Träger angeboten werden sollen. Insgesamt arbeitet der Deutsche Grünlandverband e.V. als Informationsträger im Teilprojekt HYDBOS und ermöglicht so den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.


Material und Methoden

(1) Auswahl geeigneter Flächen beziehungsweise Praxispartner im Land Brandenburg.

(2) Auswahl geeigneter Parameter/ Indikatoren zur Bewertung der Produktionsfunktion

(Ertrag) und Speicherfunktion (Kohlenstoff und Wasser) dieser Standorte.

(3) Ökologische, pflanzenbaulich-produktionsorientierte und ökonomische Kennwerte auf

dem Grünland werden mit gemessenen Grundwasserständen und Bodenparametern

verknüpft.

(4) Mit Hilfe aktueller Klimaszenarien und unter Einbeziehung der gewonnenen Ergebnisse

werden entsprechende Anpassungsstrategien für diese besonderen Standorte definiert.

(5) Es wird eine Nutzeranalyse für das Beratungstool HYDBOS durchgeführt und darauf

aufbauend die Grundstruktur entwickelt.

(6) Das Beratungstool wird fortlaufend mit Teilergebnissen gefüllt.

(7) Der Ausbau und die Pflege des Netzwerks – bestehend aus Partnern aus der

landwirtschaftlichen Praxis, Multiplikatoren, Behörden und Wissenschaft – verbessern

den Wissenstransfer in diesem Konfliktfeld.


Erwartete Ergebnisse

Es wird erwartet, dass unter geänderten Klimabedingungen und ökologischen Aspekten eine Nutzungsanpassung auf landwirtschaftlich genutzten hydromorphen Standorten stattfinden muss. Die entwickelten Anpassungsstrategien bieten Möglichkeiten für eine verbesserte Wasserretention und werden in HYDBOS für alle Akteure bereitgestellt. Der Wissenstransfer auf diesem Gebiet wird verbessert. Darin liegt die Chance innovative wissenschaftliche Erkenntnisse für die weitere förderpolitische Vorgehensweise auf nationaler und internationaler Ebene zu nutzen.

Projektpartner

Deutscher Grünlandverband e.V.

WBV Welse

WBV Finowfließ

WBV Oberland Calau

Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung

Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg

HU zu Berlin, AG Grünland & Futterbau

DUENE e. V.

Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald

Naturschutzfond Potsdam

Landesumweltamt Brandenburg

12 Partner aus der landwirtschaftlichen Praxis

Projektlaufzeit

05/2009 – 04/2014

Projektkoordination

Prof. Dr. Jutta Zeitz

Humboldt-Universität zu Berlin

Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät

FG Bodenkunde und Standortlehre

Albrecht-Thaer-Weg 2

14195 Berlin

Projektbearbeitung und Kontakt

Janine Dzialek, Evelyn Fiegert

Humboldt-Universität zu Berlin

Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät

FG Bodenkunde und Standortlehre

Albrecht-Thaer-Weg 2

14195 Berlin

dzialekj@agrar.hu-berlin.de

evelyn.fiegert.1@agrar.hu-berlin.de

Aktuelle Downloads:

'Vortrag HYDBOS Grünlandtag Maasdorf



Bildmaterial:



Bild 1 und 2: Vorgeführte Erntetechnik zur Bewirtschaftung feuchter bis nasser Standorte



Bild 3: Kleine Gräserkunde für Intensivgrünland



Bild 4: Bodenansprache und Nachweis von Calciumcarbonat im Gelände



Bild 5: Ansprache der Bodenhorizonte einer extensiv genutzten Moorfläche



Archiv:

Nachhaltige Grünlandbewirtschaftung am Beispiel der Randow

Die Erarbeitung von Gewässerentwicklungskonzepten im Land Brandenburg

Gewässerentwicklungskonzept Randow - ein Arbeitsstand

HYDBOS-Feldtag Protokoll

Protokoll Praktiker-Workshop TP13

Klimawandel in Brandenburg

Zustandserhebung grundwasserbeeinflusster Böden

Pflanzenbestände und ihr Nutzen

Biogaserzeugung - Eine Nutzungsalternative für Niedermoor-Grünland